Darf man eine machete besitzen: Rechtliche Infos für Abenteurer
Ein Hauch von Abenteuer: Was ist mit Macheten in Deutschland erlaubt?
Für viele Hobbyabenteurer, Pfadfinder, Outdoor-Fans oder Bastler im reinen DIY-Geiste gehört die Vorstellung, mit einer Machete durch dichtes Dickicht zu schreiten oder Äste für das nächste Lagerfeuer zu schlagen, zu einem echten Freiheitsgefühl. Doch neben Fantasie und Abenteuerlust stellt sich auch die berechtigte Frage:
Darf man in Deutschland überhaupt eine Machete besitzen?
Als jemand, der von Kindheit an jede freie Minute mit dem Bauen, Sammeln oder Gestalten verbracht hat – sei es mit Modellen aus Zinn oder Werkzeugen aus Papas alter Garage – fühle ich den Reiz von solchen Werkzeugen. Aber: Auch die Gestaltung eines Abenteuers sollte nie in Konflikt mit dem Gesetz geraten. Deshalb beleuchten wir hier ganz ohne juristisches Kauderwelsch, was Hobbyfreunde, Outdoorfans und Sammler über Eigentum, Mitführen und Anwendung von Macheten wissen sollten.
Was ist überhaupt eine Machete?
Eine Machete ist ein großes, einschneidiges Messer, das oft zwischen 30 und 60 cm lang ist. Ursprünglich stammt sie aus Lateinamerika, wo sie traditionell als Werkzeug für den Einsatz im dichten Buschwerk diente – zum Beispiel beim Roden und Fällen von Ästen. Ihre Silhouette erinnert je nach Modell ein wenig an ein überdimensioniertes Küchenmesser oder einen leichten Säbel.
Heute findet man Macheten nicht nur in Abenteuerfilmen oder bei tropischen Expeditionen, sondern auch in deutschen Gärten, in Survival-Packs und – ja – gelegentlich auch auf dem Flohmarkt zwischen Fernrohren, alten Zinkkannen und Miniatursegelschiffen.
Messerrecht in Deutschland: Die rechtliche Lage
In Deutschland fällt der Besitz und Gebrauch von Messern und messerähnlichen Gegenständen unter das Waffengesetz (WaffG). Macheten gelten in der Regel nicht als Waffe, sondern als Werkzeug oder Gebrauchsgegenstand – entscheidend dabei sind Verwendungszweck, Erscheinungsbild und das Verhalten des Besitzers.
Grundsätzlich gilt: Der Besitz einer Machete ist in Deutschland erlaubt.
Allerdings gibt es wichtige Einschränkungen, was das Führen in der Öffentlichkeit betrifft. Und hier trennt sich das sonntägliche Wandern vom James-Bond-Moment im Stadtpark.
Besitzen erlaubt – aber darf ich sie auch mitnehmen?
Hier wird es spannend. Das Führen von Messern mit einer feststehenden Klinge über 12 cm Länge in der Öffentlichkeit ist in Deutschland gemäß § 42a Waffengesetz verboten. Eine klassische Machete überschreitet diese Länge beinahe immer.
Die gute Nachricht: Es gibt Ausnahmen – und für manche Hobbys sind diese sogar sehr relevant. Hier sind die wichtigsten Ausnahmeregelungen:
- Begründetes Interesse: Wer die Machete für den Einsatz bei der Gartenarbeit, auf einem Campingplatz oder für den Ausflug in die Natur mitnimmt, kann ein „begründetes Interesse“ nachweisen. Das Dachzelttreffen im Sommer oder der Forsteinsatz lassen grüßen!
- Berufliche oder wissenschaftliche Nutzung: Wer beruflich mit solchen Werkzeugen arbeitet oder sie im Rahmen von Forschung oder Lehre nutzt, darf sie ebenfalls mitnehmen.
- Tragen in geschlossenen Behältnissen: Wenn die Machete sicher in einem Rucksack oder Koffer verpackt ist und nicht zugriffsbereit getragen wird, ist das Mitführen übrigens auch erlaubt.
Ein Spaziergang mit Machete am Gürtel durch die Innenstadt wird jedoch keinesfalls als begründetes Interesse zählen – außer, du bist gecastet für ein Mad-Max-Reboot. Dann aber wohl eher mit Filmteam.
Darf ich damit „arbeiten“ oder trainieren?
Wer in seinem Garten oder auf einem privaten Grundstück mit einer Machete arbeitet – sei es zum Schneiden von Ästen oder im Rahmen eines kunstvollen DIY-Projekts – bewegt sich rechtlich gesehen auf sicherem Boden. Auch das private Trainieren mit einer Machete (zum Beispiel als Teil einer traditionellen Kampfkunst) ist erlaubt, sofern dies auf einem Privatgrundstück oder in passenden Einrichtungen geschieht.
Ein Tipp aus meiner persönlichen Hobbykiste: Ich habe einmal versucht, mit einer Machete aus dem Baumarkt eine Impala-Szenerie in 1:10 Maßstab für mein Diorama aus Ast- und Rindenstücken vorzubereiten. Der Versuch war zwar eher ein Rückgriff in meine Lausbubenjahre, aber: es hat funktioniert. Funktional – nicht künstlerisch brillant. Aber das war eh nicht die Idee.
Für Sammler: Sind Macheten auch Sammelobjekte?
Unbedingt! Besonders historische Macheten aus den Kolonialzeiten, militärische Varianten oder rituelle Modelle aus Südamerika oder Afrika finden ihren Platz in Vitrinen und Sammlerregalen. Wer altgediente Macheten sammelt, bewegt sich meist klar im legalen Rahmen – vor allem, wenn diese entweder schon stumpf, defekt oder als Dekoobjekt deklariert sind.
Doch Vorsicht: Auch hier gilt, dass das reine Sammeln im privaten Bereich unproblematisch ist – das Mitführen solcher Stücke bei öffentlichen Veranstaltungen oder auf Mittelaltermärkten sollte jedoch mit Vorsicht oder zumindest mit geeigneter Verpackung erfolgen.
Was passiert bei Verstößen?
Falls man nun doch – aus Unwissenheit oder Abenteuergeist – eine Machete offen mit sich führt und damit kontrolliert wird, kann dies eine Ordnungswidrigkeit darstellen. Die Strafe? Ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro kann verhängt werden. Wer dabei noch durch aggressives Verhalten auffällt, kann in seltenen Fällen sogar mit härteren Konsequenzen rechnen.
Ein befreundeter Reenactment-Darsteller wurde einst in der Fußgängerzone mit seiner Replik-Machete vom Kostümcheck zur Polizeiwache begleitet – trotz Pappscheide. Ein Missverständnis zwar, aber eines, das ihn seine Teilnahme an der Parade kostete. Seitdem fährt er zum Eventgelände mit einem Gitarrenkoffer. Ob die Polizei damit rechnet, dass der Inhalt eine Machete ist, sei dahingestellt…
Tipps für den verantwortungsvollen Umgang
Wer eine Machete besitzen oder anwenden möchte, sollte ein paar Grundregeln beherzigen:
- Immer sicher verwahrt – besonders wenn Kinder im Haushalt sind
- Nie offen in der Öffentlichkeit tragen – auch nicht beim Spaziergang im Wald
- Verwendung nur im privaten Raum oder mit klarem Zweck (z. B. Gartennutzung)
- Transport stets in verschlossenen Behältern
- Bei Sammelobjekten immer Informationen zur Herkunft und Legalität einholen
Wie bei jedem Werkzeug (ob Laubsäge, Lötkolben oder 3D-Drucker) liegt alles im richtigen Maß und Umgang. Eine Machete ist nicht gefährlich per se – wohl aber, wenn man sie außerhalb ihres Kontextes einsetzt oder zur Selbstdarstellung nutzt.
Fazit aus dem Hobbykeller
Ob als funktionales Gartenwerkzeug, sammelwürdiges Relikt oder als robustes Outdoor-Gadget im Rucksack: Macheten haben ihren Platz in der Welt der Hobbys – sowohl historisch als auch praktisch. Wer sich an die geltenden Regeln hält, kann diese mächtigen Klingen mit Respekt und Verantwortungsbewusstsein nutzen, genau wie ein Modellbauer seinen Skalpellgriff oder ein Sammler sein Vitrinenstück.
Und wenn du, lieber Leser, künftig überlegst, dir eine Machete zuzulegen – sei es für die Gartenarbeit, ein DIY-Projekt oder als Ausstellungsstück – dann weißt du jetzt, worauf es ankommt. Abenteuer dürfen sein, aber das Gesetz läuft hier immer mit… nicht wie ein strenger Förster, sondern eher wie ein stiller Begleiter bei einer gut geplanten Wandertour.
Also: Mut zur Klinge, aber bitte mit Köpfchen. Und vielleicht – wer weiß – wird auch bei dir eines Tages eine alte Machete zum Ausgangspunkt einer ganz neuen Bastelleidenschaft.
